26. Mai 2008

Betreutes Wohnen für Fortgeschrittene

Hilfe, wir werden alle immer älter! War doch schon der Altenquotient im Jahr 2000 bei 24,2%. Und für das Jahr 2040 - in dem ich selbst schon langsam über die Rente nachdenken werde - wird ein Wert von 52,6% vorhergesagt.

Bedeutet diese Zahl doch, das jeder im Alter zwischen 15 und 65 einen halben Rentner ernähren werden muss. Für findige Politiker lässt sich diese Zahl aber auch anders interpretieren: ca. 34.4% der Wahlberechtigten sind dann über 65, und damit also Rentner. Waren diese doch früher für die Politik kaum bedeutsam, so wird in den nächsten Jahren keine andere Wählergruppe so stark wachsen.

Schon aus diesem Grund muss in der aktuellen Tagespolitik verstärkt auf diese Gruppe eingegangen werden. Und was könnte dieser Gruppe wohl das wichtigste sein? Na klar: die Zukunft!

Also muss ein ordentliches Konzept dafür her. Einer der wichtigsten Punkte: die Betreuung. Jedoch sind die ersten kreativen Köpfe für Ihre Ideen abgestraft worden. Kamen sie doch auf die Idee alte Menschen zur Betreuung in den Ostblock zu schicken. Klar, dort kostet die Arbeit weniger, aber ich fürchte, dass so manchem Rentner ganz andere Gedanken kommen, wenn er in den Osten verfrachtet werden soll. Und von der Empfundenen Invasion der Herrenmenschen im Osten wollen wir hier gar nicht anfangen.

Wie gut, dass da findige Ingenieure auch noch auf ganz andere Ideen kommen: Wenn die Betreuung durch den Menschen schon zu teuer ist, dann kann das der Computer übernehmen. In modernen Häusern gibt es doch schon integrierte Steuerungen, die Rollläden, Heizung und das Licht steuern können. Da kann es doch nicht weiter schwierig sein, einen Menschen von so einen System betreuen zu lassen. Außerdem hat doch heutzutage schon fast jeder Kühlschrank eine IP-Adresse. Das kann doch nicht so schwierig sein, ein intelligentes Haus für die Betreuung zu gewinnen.

In der aktuellen Forschung ist aber intelligent noch nicht gleich intelligent. Eine der verfolgten Ideen: Eine automatische Detektion von umfallenden Menschen nur anhand der Akustik. Gibt es ein Geräusch, so soll klassifiziert werden, ob es sich um einen umfallenden Menschen handelt, oder ein herabgefallenes Glas. Von der Herangehensweise ist das ja schon gar nicht so schlecht. Schließlich kann man doch ein zerspringendes Glas mit hellem Ton ganz leicht von einem dumpfen Stoß, wie er von einem gestürzten Menschen verursacht worden wäre unterscheiden. Das amerikanische Militär kann sogar verschiedene Schusswaffen und Kaliber nur am Geräusch erkennen.

Jedoch liegt auch hier der Teufel im Detail: Menschen fallen leider nicht nur um, sondern so machen noch eine ganze andere Menge Sachen. Zum Beispiel dürfte ein herabfallender Sack Kartoffeln ein ähnliches Geräusch verursachen, wie ein Mensch beim fallen. Außerdem beziehen sich die genannten Experimente immer nur auf einzeln von Menschen vorverarbeitete Daten. Und dieser Prozess - die Segmentierung - ist in den meisten Fällen wohl der Aufwändigste. Zudem treten in einer realistischen Umgebung noch viele weitere Störgeräusche auf, von denen ich hier gar nicht sprechen will (z. B. umfallende Menschen im Fernsehen...). Kurzum: Es ist noch ein weiter Weg bis ein solches System funktionieren wird und damit sind wir plötzlich schon wieder sehr schnell einer Zeit der 52,6 % Altenquotient nahe.